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Malika Kishiono

wurde 1971 in Kyoto, Japan, geboren. Sie absolvierte ein Jurastudium in Kyoto (Diplom 1994) und studierte ab 1995 Komposition bei Yoshihisa Taira an der L’Ecole Normale de Musique de Paris, 1999 bis 2003 bei Robert Pascal am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon sowie 2004/05 am IRCAM in Paris. Kishino ist u. a. Preisträgerin beim 70. Japan Music Concurs und erhielt jeweils Erste Preise beim Concours de Groupe de recherche appliquée en musique électroacoustique (GRAME) und vom Ensemble Orchestral Contemporaine (EOC) in Lyon. Weiters war sie Stipendiatin des Experimentalstudios Freiburg, am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe, an der Akademie Schloss Solitude, am Künstlerhof Schreyahn in Niedersachsen und am Djerassi Resident Artist Program in den USA.

In ihrer Musik ist Malika Kishino weniger an konstruktiven Strukturen interessiert als an der Erschaffung von „Klangorganismen“, die von musikalischen Kräften und den ihnen innewohnenden Triebkräften geformt werden. Sie bezieht in ihr Klangspektrum gerne (live-)elektronische Mittel, aber auch japanische Musikinstrumente ein, ohne auf die klassische japanische Musiktradition Bezug zu nehmen. Vielmehr erweitert sie den musikalischen Horizont ihrer Werke um spieltechnische Neuerungen und wahrnehmungsphysiologisch übergreifende Ansätze insbesondere aus dem optisch-visuellen Bereich. Malika Kishinos Kompositionen wurden bei zahlreichen internationalen Festivals in Europa und Japan aufgeführt, unter anderem bei Ultraschall Berlin, Biennale Musiques en Scène (Lyon), Multiphonies (GRM/Paris), Musica (Strasbourg), Rai NuovaMusica, Alicante Music Festival und Ultima (Oslo). Dabei arbeitete sie u. a. mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, hr-Sinfonieorchester, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Tokyo Philharmonic Chorus und Ensemble musikFabrik sowie mit Dirigenten wie Pascal Rophé, Lucas Vis und Jean-Michaël Lavoie. Kompositionsaufträge erhielt sie u. a. von Radio France, Westdeutscher Rundfunk, Bayerische Rundfunk, Seoul Foundation for Arts and Culture, Wittener Tage für Neue Kammermusik, Acht Brücken Festival, Multiphonie von GRM/Paris, Festival Ultima Oslo, Zagreb Music Biennnale, Arsmusica Brüssel und Poznan Musical Spring. Im Juni 2014 erschien eine Portrait-CD in der Reihe Edition Zeitgenössische Musik (WERGO) des Deutschen Musikrates.