KLANGSPUREN

SCHWAZ 2018

Für KLANGSPUREN SCHWAZ ist 2018 ein Jahr der Jubiläen. Das Tiroler Festival für neue Musik wird 25 Jahre alt! Ein Moment, sich zu erinnern, wie sich, getragen vom Enthusiasmus der Macher, aus anfänglich oft improvisierten Umständen ein großes, in Österreich und Europa weithin anerkanntes internationales Festival mit ungewöhnlichen Präsentationsformen und -orten gemausert hat, das dennoch seine bodenständige Verankerung in der Tiroler Bevölkerung und Kulturlandschaft bewahrt und pflegt, nicht zuletzt durch seine vielschichtigen kontinuierlichen Vermittlungsprojekte für Menschen jeden Alters.

 

An deren Spitze steht die KLANGSPUREN INTERNATIONALE ENSEMBLE MODERN ACADEMY, die ins 15. Jahr geht. Die Akademie bietet jedes Jahr knapp 40 jungen professionellen Instrumentalisten aus aller Welt Gelegenheit, unter Anleitung von Meistermusikern des Ensemble Modern ihre praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse in der Ausführung neuer Musik nachhaltig zu vertiefen und in Festivalkonzerten vorzustellen. Rebecca Saunders, die mit ihren subtil ausgehörten, klangfarbenreichen Werken in ihrer Generation eine herausragende Stellung einnimmt, ist die diesjährige Composer in Residence für die Akademie und das Festival. Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, das traditionell das Eröffnungskonzert von KLANGSPUREN gestaltet, wird 125 Jahre alt und wird am 06.09. zur Eröffnung des Festivals mit einem dem Anlass entsprechenden Programm gewürdigt.

 

Angesichts der vielen zu feiernden runden Geburtstage stellt sich die 25. Ausgabe unter das Motto FESTE. ORTE. und setzt einen Akzent auf Werke, die Aspekte von Feier, Fest und Ritual thematisieren und spezifische Orte und Situationen markieren. Mit besonderer Spannung erwarten wir den neuen Ton-Würfel 18, den der renommierte Ton-Architekt Bernhard Leitner im Musikpavillon des Innsbrucker Hofgartens installiert. Arturo Fuentes komponiert und inszeniert Carlotas Zimmer, ein Monodrama über die unglückliche belgische Prinzessin, die, allmählich dem Wahnsinn verfallend, ihrem Gatten, dem „mexikanischen“ Habsburger Kaiser Maximilian 60 Jahre lang über seinen Tod hinaus Briefe schreibt. Den festlichen Abschluss des 25-jährigen Klangspuren-Jubiläums setzt im Schwazer Silbersaal Fast Forward‘s Feeding Frenzy – ein in etwa als „Futterrausch“ zu übersetzendes Happening im Geiste von John Cage, bei dem sechs Chefs de cuisine mit sechs Instrumentalisten kulinarisch wetteifern, wobei auch und gerade die Kochgeräusche als musikalisches Material Verwendung finden.

NEUE KÜNSTLERISCHE LEITUNG

Matthias Osterwold übergibt die künstlerische Leitung des Tiroler Festivals für neue Musik KLANGSPUREN SCHWAZ in neue Hände. Sein Nachfolger wird der Musikjournalist, Publizist und Kurator Reinhard Kager, der ab Oktober 2018 die künstlerische Verantwortung für das 1994 gegründete Festival übernimmt. 

 

Reinhard Kager (*1954) arbeitete bis 2002 u.a. als Kulturkorrespondent der F.A.Z. und zahlreicher ARD-Rundfunkanstalten. Von 2002 bis 2012 leitete er die Jazzredaktion des Südwestrundfunks in Baden-Baden sowie die Improvisationsschiene der Donaueschinger Musiktage und das alljährliche SWR NEWJazz Meeting. Seit 2013 arbeitete er als freier Autor in Wien u. a. für die F.A.Z., die ARD, den ORF und internationale Fachpublikationen. Überdies unterrichtet er an den Universitäten in Graz und in Wien.

 

Insgesamt 30 Bewerbungen sind bis Ende April auf die Ausschreibung der künstlerischen Leitung eingegangen, davon wurden acht Kandidaten unter dem Vorsitz von Harald Mayr (ehemaliger Geschäftsführer des Tiroler Landestheaters, ohne Stimmrecht) zu den Hearings eingeladen. Die Jury mit Wolfgang Praxmarer (Musikjournalist), Sabine Reiter (Geschäftsführende Direktorin Mica - Music Austria), Dietmar Wiesner (Ensemble Modern, Dozent KLANGSPUREN LAUTSTARK), Angelika Schopper (Geschäftsführende Obfrau KLANGSPUREN SCHWAZ) und Matthias Osterwold entschied sich nach intensiven Gesprächen mit den Kandidaten und anschließender Abstimmung für Reinhard Kager als neuen künstlerischen Leiter.

 

Das Team von KLANGSPUREN SCHWAZ bedankt sich herzlichst für die konstruktive und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Matthias Osterwold und freut sich auf die zukünftige Arbeit mit Reinhard Kager.