KLANGSPUREN SCHWAZ

ZEENA PARKINS

IMPROVISER IN RESIDENCE 2019

 

Nägel, Radiergummis, Haarspangen und Filz hat Zeena Parkins immer dabei, wenn sie mit ihrer Harfe die Bühne betritt. Denn die Musikerin sieht ihr Instrument als eine „Klang-Maschine mit unbegrenzter Kapazität“. Innovative Präparationen und ungewöhnliche Spieltechniken sind Markenzeichen der US-amerika¬nischen Harfenistin, die sowohl auf elektrischen als auch auf akustischen Instrumenten spielt. Parkins will musikalische Grenzen überwinden, ohne sie ganz aufzuheben, um die Verschmelzung und die Betonung von Gegensätzen gleichermaßen hörbar zu machen. Die 1956 in Detroit geborene Musikerin, die auch ein Studium als klassische Pianistin absolvierte, bewegt sich gerne in Spannungs-feldern: zwischen Improvisation und Komposition, Elektronik und Akustik, digital und analog.  

 

Auch ihre künstlerischen PartnerInnen sucht Parkins in verschiedenen Genres. So hat sie Filmmusiken geschrieben, für Theater- und Tanzproduktionen gearbeitet. In den 1990er Jahren gründete Parkins ihre Gangster Band, ein Septett mit Streichern, Perkussion und Electronics. Seit langem in der New Yorker Downtown-Szene aktiv, spielte sie unter anderen mit John Zorn, Jim O'Rourke, Nels Cline, Nate Wooley oder Kaffe Matthews, wirkte aber auch in Projekten von Björk oder Yoko Ono mit. Langjährige künstlerische Partnerschaften verbinden Zeena Parkins außerdem mit Elliott Sharp, in dessen Orche-stra Carbon sie immer wieder zu hören ist, und mit Fred Frith, der sie mit Tom Cora in den 1980er Jahren in das legendäre Trio Skeleton Crew holte und später in seine derzeitige Band Cosa Brava.  

 

Nicht zuletzt ist die Elektronik-Musikerin Ikue Mori zu nennen, mit der Parkins das Duo Phantom Orchard formte, das später auch zu einem Phantom Orchard Orchestra erweitert wurde. Die wundersa-men Klänge dieses Geistergartens, die üppige Vielfalt, die Parkins und Mori erstmals 2004 wie eine satte, giftgrüne Oase inmitten einer damals meist grauen elektronischen Wüste pflanzten, überrumpelte alle, die Computermusik bis dahin mit nüchterner Abstraktion assoziiert hatten.

Zeena Parkins