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"Hörend einander begegnen"

Am Ende dieses Festivals gilt es innezuhalten, den Raum für freie Gedanken zu öffnen, einen Platz für stille Einkehr zu finden. Mit einer Begegnung verschiedener Kulturen endet das Festival Klangspuren ’21 so, wie es begonnen hat. Doch diesmal sind die Akzente etwas anders gesetzt, liegen stärker auf dem Spirituellen und der Besinnung auf das Wesentliche: einen Weg zu finden, der auch die Kommunikation mit dem Fremden, Nicht-Vertrauten zulässt. Der Schweizer Komponist Klaus Huber schlug diese herausfordernde Route ein und setzte sich jahrzehntelang intensiv mit der arabischen Musiktradition auseinander. Das Opus summum aus dieser Beschäftigung klingt bemerkenswert: Denn Die Seele muss vom Reittier steigen, so der Titel der ursprünglichen Orchesterfassung, ist ein Stück neuer Musik, das dennoch ganz auf arabischen Kompositionsprinzipien beruht. Auf der Drittel- und Vierteltönigkeit, die dem aus Ägypten stammenden und in Salzburg lebenden Komponisten Hossam Mahmoud seit seiner Kindheit vertraut sind. Auch sein Ensemblestück Innehalten setzt aufs Dialogische, aufs genaue Einander-Zuhören, durch das sich die MusikerInnen auch ohne Dirigenten gemeinsam durch die Partitur geleiten. Ein schöneres Plädoyer für die Kraft des Miteinanders könnte man kaum formulieren.

 

HÖREND EINANDER BEGEGNEN
SO 26.09. 20:00 Uhr, Innsbruck, Jesuitenkirche

Klaus Huber: ...à l‘âme de marcher sur ses pieds de soie…
Kammerkonzert für Solo-Violoncello, Solo-Baryton, Countertenor und neun InstrumentalistInnen auf Auszüge aus einem Gedicht von Mahmoud Darwisch (2002-2004, ÖEA)
Hossam Mahmoud: Innehalten für Ney, Riqq und Ensemble (2017)

Michael Moser, Violoncello, Christoph Urbanetz, Baryton, Kai Wessel, Countertenor
Mohamad Fityan, Ney, Elias Aboud, arabische Percussion
oenm . oesterreichisches ensemble für neue musik
Dirigent: Beat Furrer