FESTIVALPROGRAMM

Klangspuren Schwaz
24.04.2014 11:13 Alter: 6 yrs

SA, 13.09.

ENSEMBLE MODERN

Aula der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Universitätsstr. 15, Innsbruck

 

19.30 Uhr
Matthias Osterwold, Künstlerischer Leiter KLANGSPUREN Schwaz, im Gespräch mit Komponisten des Abends

 

20.00 Uhr

Hans Abrahamsen Wald für großes Ensemble (2008/2009) ÖE
Lars Petter Hagen To Zeitblom – Fassung für Hardanger Fiedel, Sprecher und Ensemble & (2011/2012) ÖE
Wolfgang Mitterer the church of bruckner für 16 Musiker und electronics (2010) ÖE
Bernhard Gander Take Death für 20 Instrumente und DJ (2013) ÖE

 

Ensemble Modern
Brad Lubman Dirigent
Gjermund Larsen Hardanger Fiedel
Lars Petter Hagen / Wieland Hoban Sprecher
Patrick Pulsinger Live-Elektronik / Modular Synthesizer

Das Konzert des Ensemble Modern wird eingeleitet durch ein Schlüsselwerk des Composer in Residence Hans Abrahamsen. „Wald“ von 2009 greift die Thematik der bei Abrahamsen allgegenwärtigen Naturbilder auf und bezieht sich auf frühere Werke wie „Walden“ (1978) – eine Hommage an den amerikanischen Philosophen Henry David Thoreau und seinen Selbstversuch eines autarken Lebens im Wald – sowie auf die vielteilige Komposition „Schnee“. Anspielungsreich ist auch die Komposition „To Zeitblom“ des Norwegers Lars Petter Hagen, wo in einem kruden Mix aus norwegischer Volksmusik, solistisch gespielt auf einer Hardangerfiedel, absichtsvoll „billigen“ elektronischen Sounds, pathetisch sonorem Orchestersatz und eingesprochenen Kommentaren des Komponisten zur gerade gespielten Musik eine drastische „Dekonstruktion“ des „Norwegianismus“ ebenso wie der Adorno-imprägnierten Musikkritik vorgenommen wird. Wolfgang Mitterer, der zweite Composer in Residence 2014 – wie Anton Bruckner ein ausgebildeter Organist – zeigt in „the church of bruckner“ seinen persönlichen, zersetzenden und wieder remontierenden Weg zum Mythos Bruckner. Das Prinzip des Zerlegens und Zersetzens, des Mischens von musikalischen Schichten und Stilen, die gewöhnlich nicht zusammengehen, ist auch typisch für Bernhard Gander, einem wie Mitterer aus Osttirol stammenden Komponisten mittlerer Generation. In „Take Death“ wird in brachialer Manier die Klangwelt von Strawinskys „Sacre“ mit Sounds einer Death Metal Band, Filmmusik zu „Kill Bill“ und den schnellen Beats des Wiener Techno-Elektronikers und DJs Patrick Pulsinger zusammengezwungen.


Rubrik: events Festival zeitg. musik