FESTIVALPROGRAMM

Klangspuren Schwaz
21.09.2010 19:00 Alter: 8 yrs

DIENSTAG, 21.09.

19.00 UHR, KULTUR- UND VERANSTALTUNGSZENTRUM KIWI, Dörferstr. 57, 6067 Absam

BUCHPRÄSENTATION, FILM, MUSIK UND GESPRÄCH
„Tirol – Land in den Bergen“ – Bilder Bernd Ritschel, Texte Susanne Schaber

Hirtenleben. "Kuisa, geah" – Filmfeature von Bert Breit

Quadrat:sch Extended feat. Zeena Parkins
Barbara Romen Hackbrett, Gunter Schneider Gitarre, Christof Dienz Zither, Alexandra Dienz Kontrabass, Zeena Parkins Harfe, Herbert Pirker Perkussion

Christof Dienz Stubenmusik für Hackbrett, Zither, Harfe, Gitarre, Kontrabass und Perkussion UA

Christof Dienz und Wolfgang Praxmarer im Gespräch

Hirtenleben. "Kuisa, geah": Viehlockrufe sind seit dem Neolithikum bekannt. Der österreichische Komponist, Journalist, Zeichner und Filmemacher Bert Breit besuchte in seinem Filmfeature Kuisa geah (30 min.) aus dem Jahre 1996 Schafzüchter, Kuh- und Ziegenhirten auf mehreren Tiroler Almen und die Volkskundlerin Prof. Gerlinde Haid. Die lautmalerischen, bedeutungslosen Silbenwiederholungen sind zum Teil sehr individuell gehalten, der Form nach aber immer beginnend mit der Kopfstimme, die dann in die Bruststimme wechselt – sozusagen die Tiere herbeilockt und ihnen dann das in den Stall gehen signalisiert. Vielleicht ist es sogar eine Art orfeische Tiersprache, die von den Tieren verstanden wird, wer weiß?  Die Rufe ziehen sie jedenfalls magisch an, und für den Hirten ist es eine große Arbeitserleichterung. Vielleicht sind diese unverständlichen Silben aber auch eine Frühform unserer Sprache – es wäre ein interessantes sprach- und musikwissenschaftliches Forschungsgebiet.

Der Tiroler Komponist Christof Dienz lebt und wirkt seit langer Zeit in Wien; das Interesse für seine Herkunft hat er dabei nicht verloren. Bekannt für seine ungewöhnlichen Klangmuster lässt Dienz bei diesem neuen Werk, das im Auftrag der Tirol Werbung entsteht, die Musiker Steine aneinander reiben, auf Holz klopfen, in Spänen wühlen, am Eis kratzen – alles fein verwoben mit Klängen akustischer Instrumente.
Mit Quadrat:sch treten Christof Dienz, Barbara Romen, Gunter Schneider und Alexandra Dienz in einer typisch alpenländischen Stubenmusikbesetzung mit Hackbrett, Zither, Gitarre und Kontrabass auf und bereichern die Klangwelt der traditionellen Instrumente mit ihren facettenreichen neuen Kompositionen. Der Name Quadrat:sch bezieht sich auf den Ort Quadratsch im Tiroler Oberland in der Nähe von Landeck – eine Form von urtirolerischer Lautmalerei. Anlässlich der Uraufführung (45 min.) im Rahmen der KLANGSPUREN wird das Ensemble mit dem Perkussionisten Herbert Pirker und der Harfenistin Zeena Parkins erweitert. Die vielseitige Musikerin, Komponistin und Performerin aus den USA, Zeena Parkins, bewegt sich in ihrer Arbeit mühelos zwischen den verschiedensten Genres und bezeichnet die Harfe als „Sound Machine“ mit grenzenlosen Möglichkeiten.

In Zusammenarbeit mit Tirol Werbung

ZEIT-TON, Montag 04.10., 23.03 Uhr


Rubrik: events Festival zeitg. musik