Skip to main content
SO 19.09.
07:30 Uhr, Innsbruck / Abfahrt Shuttlebus
€ 55

FLUCHTWEGE

Die Klangwanderung führt auf den Spuren, der aus ihrer Heimat vertriebener Zillertaler Protestanten im Jahr 1837. Ein kleiner Teil der Wegstrecke der Vertriebenen, der damals beschwerliche Pfad zwischen Ellmau und St. Johann entlang des Wilden Kaisers, wird auf der diesjährigen Klangwanderung symbolisch begangen. Begleitet von Zillertaler Volksmusik, experimentellen Improvisationen und kurdischer Musik, die aus ihrer Heimat Geflüchtete spielen.

Fluchtbewegungen sind stets eine Katastrophe für die Betroffenen, die im Verlauf der Geschichte bis heute zumeist völlig unschuldig vertrieben wurden. Verjagt aus ihrem Zuhause, angefeindet in den Aufnahmeländern, benötigen die meisten EmigrantInnen Jahre, Jahrzehnte, ja oft ein Leben lang, um sich wieder zurechtzufinden. Die vor dem Ausbruch der Pandemie entflammte Diskussion über die Einwanderungsbewegung aus arabischen Ländern verdeckt auf fatale Weise, dass in der Vergangenheit auch unzählige ÖsterreicherInnen dazu gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Nicht erst in der grauenhaften Nazi-Zeit, sondern bereits viele Jahrhunderte davor. Es kann also jeden treffen, zu jeder Zeit, an jedem Ort. 

Um die Zerbrechlichkeit des Daseins ins Blickfeld zu rücken, veranstaltet Klangspuren diesmal eine Klangwanderung, die sich auf ein historisches Ereignis im Tirol des 19. Jahrhunderts bezieht: 1837 wurden Tiroler  ProtestantenInnen, die meist im Umkreis von Zillertaler Gemeinden rund um Mayrhofen lebten, von Kaiser Ferdinand I. vor die Alternative gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder das Land zu verlassen.   Über 400 Personen, darunter auch Kinder und ältere Menschen, machten sich auf einen rund 700 Kilometer langen Weg, um sich im heute polnischen Schlesien niederzulassen, wo noch immer Zillertaler Bauernhäuser aufzufinden sind. 

Ein kleiner Teil dieser Wegstrecke der Vertriebenen, der damals beschwerliche Pfad zwischen Ellmau und St. Johann entlang des Wilden Kaisers, wird auf der diesjährigen Klangwanderung symbolisch begangen – begleitet von Zillertaler Volksmusik, experimentellen Improvisationen und kurdischer Musik, die aus ihrer Heimat Geflüchtete spielen. Das Schlusskonzert mit dem Trio Frank Gratkowski/Achim Kaufmann/Wilbert de Joode vereint diese MusikerInnen verschiedener Ethnien in der Alten Gerberei in St. Johann. 

Shuttlebus ab Innsbruck, Schwaz und Jenbach und retour (inkludiert im Ticket). Tickets und Anmeldung im Klangspuren-Büro unter 05242/73582 oder tickets@klangspuren.at unbedingt erforderlich.