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DO 16.09.
19:00, Schwaz, Silbersaal, SZentrum, Andreas-Hofer-Str. 10
€ 27

KLANGSPUREN IMPROV #1

DUO PATERAS/NOETINGER

Anthony Pateras, piano, keyboard + electronics,
Jérôme Noetinger, tape recorders

21:00 UHR

ENSEMBLE]H[IATUS

Anthony Pateras: As Long As Breath Or Bow für neun MusikerInnen (2013)
Jennifer Walshe: 1984 – It‘s O.K. für Violine, Violoncello und Percussion (2015) 

Tiziana Bertoncini, violin, Martine Altenburger, violoncello, 
Angelika Sheridan, flute, Isabelle Duthoit, clarinet + voice, 
Géraldine Keller, soprano, Fabrice Charles, trombone, 
Carl Ludwig Hübsch, tuba, Thomas Lehn, analogue-synthesizer, 
Lê Quan Ninh, percussion

Ausgehend von der Beobachtung, dass in jüngster Zeit immer mehr KomponistInnen Räume für Improvisationen in ihren Werken öffnen und zugleich immer mehr ImprovisationsmusikerInnen komponierte Passagen oder formale Strukturen in ihr Spiel integrieren, bestimmen fluktuierende Übergänge zwischen notierter und improvisierter Musik den dreitägigen Improvisationsschwerpunkt von Klangspuren ’21. Exemplarisch lässt sich das bereits am ersten Abend nachvollziehen.  Da trifft zuerst der australische Komponist Anthony Pateras auf den  ungewöhnlichen Improvisationskünstler Jérôme Noetinger, um gemeinsam zu improvisieren. Der Franzose spielt genau genommen keine Musik- instrumente, sondern Maschinen. Doch was er aus seinen Tonbandgeräten zaubert, ist oft atemberaubend. Nicht nur voraufgezeichnete Samples spielt Noetinger zu, sondern auch Live-Aufnahmen von Pateras’ Klavierspiel, die an späterer Stelle vom Band wiederkehren und oft in langen Bandschleifen über mehrere Revox-Geräte abgespielt und dadurch verfremdet werden. Ein faszinierendes Spiel mit dem musikalischen Gedächtnis. Anders kreiert das deutsch-französische ensemble]h[iatus seine Übergänge: Zuerst wird mit dem Material notierter Kompositionen improvisiert, ehe die Stücke im Original ertönen, um danach wieder eine klangliche Brücke zur nächsten Improvisation zu schaffen. Oder es läuft genau umgekehrt. Jedenfalls gelingt es dem auch aus klassisch ausgebildeten MusikerInnen zusammengesetzten, neunköpfigen Ensemble, Improvisiertes und Komponiertes so eng miteinander zu verschmelzen, dass man oft sehr genau hinhören muss, um zu erkennen, wann die Stücke beginnen oder enden. In Jennifer Walshe‘ 1984 – It‘s O.K. zeigt sich das Ensemble auch von einer ganz intimen Seite. Und dass mit dem rund 45-minütigen Stück As Long As Breath Or Bow auch eine Komposition von Anthony Pateras improvisatorisch bearbeitet wird, ist natürlich kein Zufall.