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SA, 19.09.+SO, 20.09.

PILGERWANDERUNG 2015

Von Stanz bei Landeck bis St. Christoph am Arlberg geführt von Jakobswegforscher Peter Lindenthal

19.09.2015, 1. TAG

PILGERSTATION I
09.00 Uhr, Pfarrkirche zu den Hl. Aposteln Petrus und Paulus Stanz

Erwan Keravec
Neue Musik für Dudelsack aus dem Solo-Projekt Nu Piping

PILGERSTATION II
10.30 Uhr, Pfarrkirche zum Hl. Nikolaus, Grins
The International Nothing:
Kai Fagaschinski & Michael Thieke Komposition für zwei Klarinetten

PILGERSTATION III
12.00 Uhr, Kapelle zum Hohen Lärch

Peter Ablinger SS. Giovanni e Paolo ÖEA
Alvin Lucier Double Himalaya für Glissando-Flöte und Zuspiel ÖEA
Erik Drescher Glissando-Flöte

PILGERSTATION IV: MITTAGSRAST
13.15 Uhr, Kreuz im Zintlwald

Benat Achiary & Erwan Keravec Musik für Stimme und DudelsackKompositionen und Improvisationen aus dem Projekt Urban Pipes II

PILGERSTATION V

16.15 Uhr, Pfarrkirche zum Hl. Apostel Bartholomäus, Flirsch

John Cage Suite für Toy Piano

Karlheinz Essl Werke für Toy Piano

Isabel Ettenauer Toy Piano

PILGERSTATION VI

17.30 Uhr, Pfarrkirche zum Hl. Rochus, Schnann

Marc Sabat is land a partfür Kontrabass und Computer
auf den Gedichtzyklus Falsche Freunde von Uljana Wolf

Frank Reineke Kontrabass

PILGERSTATION VII

19.00 Uhr, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Pettneu a.A.

John Cage Solo 58 aus Songbooks: Microtonal Ragas

Neuerarbeitung für Stimme und Drones (Auswahl) ÖEA

Amelia Cuni Stimme
Werner Durand Blasinstrumente in Eigenbau
Hilary Jeffery Posaune

20.09.2015, 2. TAG

AUFBRUCH
08.30 Uhr, Pettneu a.A.

Erwan Keravec Musik für Dudelsack

PILGERSTATION VIII
10.00 Uhr, Pfarrkirche St. Jakob a.A.

The International Nothing:
Kai Fagaschinski & Michael Thieke
Kompositionen für zwei Klarinetten

PILGERSTATION IX
11.30 Uhr, Pfarrkirche St. Anton a.A.

Benat Achiary & Audrey Chen Improvisationen für zwei Stimmen

PILGERSTATION X: MITTAGSRAST
13.15 Uhr Stiegeneckkapelle

Amelia Cuni & Werner Durand & Hillary Jeffery Svapiti – the principle of intelligence sleeps

für Stimme, Mirliton, Blasinstrumente in Eigenbau und Posaune

PILGERSTATION XI
16.15 Uhr, Maiensee

Erwan Keravec Nu Piping: Neue Musik für Dudelsack aus dem Solo-Projekt Nu Piping

Werke von Philippe Leroux, Bernard Cavanna, Francois Rossé, Benjamin de la Fuente, Susumu Yoshida

PILGERSTATION XII
17.00 Uhr, Bruderschaftskapelle, St. Christoph a.A.

Audrey Chen Solo Performance für Violoncello und Stimme

PILGERSTATION XIII – ABSCHLUSSKONZERT
19.00 Uhr, Konzertsaal in der Kunsthalle arlberg1800, St. Christoph a.A.

Wolfgang von Schweinitz Plainsound Counterpoint ÖEA
Seven 23-limit Harmony Intonation Studies op. 56 (Studies 1, 4, 5)
Frank Reinecke Kontrabass

Michael Maierhof splitting 51 UA

für Flötenmundstück, Resonanzobjekt, Mikrophon und Sonic Motor
Salvatore Sciarrino Il pomeriggio di un'allarme al parcheggio UA
für Glissando-Flöte

Erik Drescher Flöte, Glissandoflöte

Auftragswerk KLANGSPUREN SCHWAZ

Wie seit je geführt von dem anerkannten Jakobswegforscher Peter Lindenthal und seinem AssistentenArvo, einem großen, freundlichen Hirtenhund, geht die schon legendäre musikalischePilgerwanderung 2015 ausnahmsweise über zwei Tage. Sie führt buchstäblich ans Ende der TirolerWelt und auf den Höhepunkt. In Stanz bei Landeck beginnend, erreicht der alte Weg über Grins, Flirsch, Schnann, Pettneu, St. Jakob und St. Anton am Maiensee nahe dem Zielort St. Christoph amArlberg bei 1.800 m einen der höchsten Punkte aller Jakobswege überhaupt! Und am Weg reihtsich eine musikalische Kostbarkeit an die andere. Die meisten Künstler sind an zwei Stationen inunterschiedlichen Konstellationen zu erleben.

Den Weckruf zum Aufbruch intoniert der Bretone Erwan Keravec, der den Dudelsack für die neueMusik erschlossen und bereits ein umfängliches Repertoire für dieses alte Hirteninstrumentinitiiert hat. Er ist auch im improvisatorischen Zusammenspiel mit dem wunderbaren baskischenBarden Beñat Achiary zu erleben. Beñat Achiary ist sowohl in der Welt der Hirtengesänge wie inavancierter vokaler Praxis zuhause. Die chinesische Amerikanerin Audrey Chen ist eine charismatischePerformerin auf dem Cello. Bisweilen setzt sie auch ihre Stimme ein. Mit ihren intensiven, jaschamanistischen Solo Performances schlägt sie ihr Publikum in Bann. Sie ist zudem improvisierendmit dem Sänger Beñat Achiary zu hören.

Das Duo The International Nothing mit Kai Fagaschinski und Michael Thieke verschmilzt die Klängezweier Klarinetten zu untrennbarer Einheit und kostet in ruhigen, souverän angelegten Kompositionendie Magie von Schwebungen, Differenztönen und Multiphonics aus.

Das Spielzeugklavier, mittlerweile international als Toy Piano geläufig, hat schon eine etwaslängere Karriere in der neuen Kunstmusik hinter sich. Sie begann mit einem 1948 geschriebenenStück von John Cage und hat sich mittlerweile recht weit verästelt. Isabel Ettenauer ist eineVirtuosin auf dem Toy Piano und stellt neueste Kreationen vor, u.a. von Karlheinz Essl.

Die italienische Dhrupad-Sängerin Amelia Cuni realisiert zusammen mit Werner Durand auf selbstgebautenPVC-Blasinstrumenten und Hilary Jeffery auf der Posaune Microtonal Ragas – Teile desSolo 58 aus den berühmten Songbooks von John Cage.

Der grandiose Kontrabassist Frank Reinecke aus München, Mitglied des Symphonieorchesters desBayerischen Rundfunks, beschäftigt sich seit langem mit mikrotonalen Spieltechniken. Er spielt anzwei Stationen längere Werke in reiner Stimmung von Marc Sabat (mit Textzuspiel auf Gedichte vonUljana Wolf) und Wolfgang von Schweinitz (aus dem Plainsound Projekt).

Der in Berlin beheimatete Erik Drescher stellt die vom amerikanischen Flötisten Robert Dick entwickelteGlissando-Flöte vor, deren Mundstück mittels an den Wangen des Spielers anliegendenKlammern verschiebbar ist. Verteilt auf zwei Stationen erklingen Werke für Glissando-Flöte vonAlvin Lucier, Peter Ablinger, Michael Maierhof und Salvatore Sciarrino, die auf Initiative von ErikDrescher und für ihn geschrieben wurden. Neben der Uraufführung von splitting 51 des jungenHamburger Komponisten Michael Maierhof ist zweifellos die Uraufführung des KLANGSPUREN-Auftragsan Salvatore Sciarrino in Anwesenheit des berühmten Komponisten der Höhepunkt. Il pomeriggio di un’allarme al parcheggio für Glissando-Flöte spielt augenzwinkernd aufL’après-midi d’un faune von Claude Debussy an und hat seine buchstäblich auslösende Idee in demunkontrollierten, dümmlichen Alarmsignal eines geparkten Autos, dessen vornehme Besitzer esnicht abstellen können. Sciarrino wurde zufällig Augen- und Ohrenzeuge dieser Szene.

Mit dem Abschlusskonzert der Pilgerwanderung von Frank Reinecke und Erik Drescher kommtder brandneue Konzertsaal der Kunsthalle arlberg1800, die dem Hospiz in St. Christoph angefügtwurde, erstmals zum Klingen. Uraufführung im doppelten Sinn!