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FR, 11.09.

KLANGSPUREN & SPRACHSALZ

KONZERT AKADEMIE ST. BLASIUS

19.00 Uhr, Kurhaus Hall, Stadtgraben 17, Hall i.T.

James Tenney Critical Band für sechzehn oder mehr tonhaltende Instrumente
Hannes Kerschbaumer stele.blut für arabischen Sprecher und Orchester mit Texten von Nouri und Rami al-Jarrah UA

Auftragswerk von Akademie St. Blasius

Gefördert von: Bundeskanzleramt | Kunst und Kultur

Akademie St. Blasius
Karlheinz Siessl Dirigent
Nouri al-Jarrah Sprecher
Hannes Kerschbaumer Sprecher

LESUNG

20.00 Uhr

Nouri al-Jarrah liest eigene Gedichte

Mit freundlicher Unterstützung von www.lyrikline.org

Koproduktion KLANGSPUREN, Akademie St. Blasius und SPRACHSALZ
Lesungen und Diskussionen von SPRACHSALZ finden am 11.09. zwischen 17.00 und 24.00 Uhr im Parkhotel statt

Dieses von KLANGSPUREN, der Akademie St. Blasius und den 13. Internationalen Literaturtagen SPRACHSALZ gemeinsam geplante und produzierte Konzert im Kursaal von Hall bietet ein stark kontrastierendes zweiteiliges Programm. Es beginnt mit einer Ikone minimalistischen und mikrointervallischen Komponierens: Critical Band von James Tenney für 16 und mehr Instrumente mit anhaltender Tonerzeugung spreizt sich über die Dauer von etwa 20 Minuten aus einem einzelnen Ton A mit 440 Hz (Stimmton) in unmerklichen Übergängen (Critical Band ist die wissenschaftliche Bezeichnung für die Wahrnehmungsschwelle zweier nahe beieinander liegender Töne) zu einem schillernden, strahlenden, rein intonierten A-Dur-Akkord.

Hannes Kerschbaumer arbeitet sich in seinen außermusikalischen Referenzen in jüngster Zeit an bedrückenden Stoffen ab. Nach dem verstörenden szenisch-multimedialen Werk luce nera mit Rezitationen aus chilenischen Folterberichten, das 2014 bei KLANGSPUREN durch TENM, das Tiroler Ensemble für Neue Musik, uraufgeführt wurde, folgt jetzt mit stele.blut für arabischen Sprecher und Orchester ein Werk mit Gedichten des in London lebenden, politisch pointierten syrischen Dichters Nouri al-Jarrah und Texten seines Sohnes Rami zur syrischen Revolution und zum Bürgerkrieg. Ohne die brisanten Texte expressiv zu verdoppeln oder zu illustrieren, gelingt es Hannes Kerschbaumer, eine autonome musikalische Sprache zu entwickeln, die in ihrer komplexen Klangfeld-Textur Distanz hält und gerade so zur Verdeutlichung der bedrückenden Inhalte beiträgt.

Radio-Übertragung: Ö1, Zeit-Ton am Di, 22.09., 23.03 Uhr