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About IEMA

08.09.–17.09.2020

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Academy 2020

Trotz Covid-19 wurde im Pandemie-Jahr 2020 die International Ensemble Modern Academy (IEMA) bei Klangspuren durchgeführt. Etwas kleiner und nur mit in Europa lebende MusikerInnen besetzt, haben 19 Teilnehmer ab 08. September neun Tage langzusammen mit den Dozenten von Ensemble Modern  Kompositionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert erabeitet und bei drei Konzertprojekten (Klangwanderung, Wandelkonzert und Abschlusskonzert) bei großem Publikumszuspruch präsentiert.

TEILNEHMER

Sara Constant (Flöte), Claudia Warth (Flöte), Julia Rechsteiner (Oboe), Yuria Otaki (Klarinette), Riccardo Acciarino (Klarinette), Edoardo Casali (Fagott), Jason Pfiester (Horn), Ines Hartmuth (Trompete), Laurent Bordaier (Posaune), Daniel Bolba (Perkussion), Alexander Waite (Klavier), Stefano Raccagni (Violine), Beatriz Costa (Violine), Federico Ceppetelli (Violine), Jacobo-Elio Díaz Robledillo (Viola), Dante Pinto (Viola), Richard Ander-Donath (Violoncello), Katarina Leskovar (Violoncello), Francis Maheux (Kontrabass)

KONZERTE

SA 12.09., 10:00 Uhr, Schwaz, verschiedene Klangstationen
KLANGWANDERUNG: CITY SHORTS  

MO 14.09., 19:00 Uhr, Innsbruck,
Haus der Musik
WANDELKONZERT  

MI 16.09., 20:00 Uhr, Innsbruck,
Haus der Musik
IEMA IN CONCERT

Wandern zu neuen Klangwelten

Von Stefan Ender
Erschienen in DerStandard, Spezial, 21.08.2020 (Medienkooperation)

An der Ensemble Modern Academy wird zehn Tage lang unter fachkundiger Anleitung Musik erarbeitet. Die Resultate werden bei den Klangspuren Schwaz in den unterschiedlichsten Konzertformaten zu Gehör gebracht.

Die Bandbreite des Repertoires, das an Musikuniversitäten mit den Studierenden gearbeitet wird, muss fallweise als eng, kleingeistig und vorgestrig bezeichnet werden. Von Bach bis Boulez? Schön wär’s. Werke der Klassik und der Romantik bilden in den allermeisten instrumentalen Studienrichtungen die beiden Schwerpunkte, ein bisschen Barockmusik, und der eine oder andere Klassiker der Moderne darf auch noch dabei sein. Doch schon die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts stellt für viele Lehrende eine Terra incognita dar.  Was sollen Studierende machen, die sich für gegenwartsnahe Kompositionen und Musikmache interessieren? Sie können zum Beispiel einen einjährigen Masterstudiengang der International Ensemble Modern Academy (IEMA) absolvieren, der an der Musikhochschule Frankfurt angeboten wird. Wer in der Welt der professionellen Neutöner und Klangexperimenteure nur einen kurzen Arbeitsurlaub verbringen möchte, der ist bei der International Ensemble Modern Academy in Tirol am richtigen Ort.

In diesem Sommercamp im Herzen der Alpen kommen seit 2004 Musizierende aus aller Welt für eineinhalb Wochen zusammen, um unter der fachkundigen Anleitung von Mitgliedern des renommierten Ensemble Modern an zeitgenössischer Literatur zu arbeiten und sich mit den unterschiedlichsten Notationsformen, Spieltechniken und Kompositionsstilen vertraut zu machen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten in diesem Jahr Modifikationen in Kauf genommen werden: Teilnehmen können nur in Europa lebende Musizierende, und ihre Anzahl wird auf 19 limitiert. (Normalerweise tummeln sich an der IEMA in Tirol fast doppelt so viele.) Modifikation Nr. 3: Die beiden Residenzkünstler von 2020, Adriana Hölszky und Frank Gratkowski, residieren nun erst 2021 am Inn.  Wie schon im letztjährigen September wird der Sommerakademie aber auch heuer in den Räumlichkeiten des Mozarteum Innsbruck im Haus der Musik Obdach gewährt. Hier finden von 8. bis 18. September der Unterricht, die Proben und einige Konzerte statt – wie zum Beispiel das im letzten Jahr erstmals durchgeführte Wandelkonzert. Am 14. 9. wird der schwarzglänzende Musikwürfel ab 19.00 Uhr vom Keller bis zum Dach, auf den Foyers und sogar auf den Treppen von den Studierenden bespielt. So frei flanieren und lauschen wie 2019 kann man heuer aber leider nicht: Aufgrund der Corona- Vorsichtsmaßnahmen wird das Publikum in kleinere Gruppen eingeteilt und von jeweils einer Begleitperson von Musikdarbietung zu Musikdarbietung geführt.

Apropos kleinere Gruppen, apropos Herumführen: Auch das Klangwandern in Schwaz findet in diesem speziellen Spätsommer in beaufsichtigter Kleingruppenform statt – beziehungsweise Stadt. Die Kirche St. Barbara, der Kreuzgang des Franziskanerklosters, das Museum der Völker, die Galerie Unterlechner sowie zwei kleinere Konzertsäle in der Musikschule und im SZentrum Schwaz werden per pedes angegangen und kennengelernt.  Nach den Füßen sind nun die Ohren gefordert: Die Hörorgane dürfen Klanglandschaften von Adriana Hölszky, Bernhard Gander, György Kurtág, Emmanuel Nunes und Wolfgang Rihm aufnehmen, aber auch freie Improvisationen und noch viel mehr wird nahegebracht. Der 12. 9. ist der Tag, den man sich für diese Wanderung in neue Klangwelten vormerken sollte, ab 10.00 vormittags geht’s los.  Ihr Ende finden die Tage des gemeinsamen Erarbeitens von gegenwartsnaher Musik in einem Abschlusskonzert im Haus der Musik. Am 16. 9. werden (um 20.00) die intensiv besprochenen und geprobten Ensemblestücke den neugierigen Zuhörern präsentiert, darunter Werke von Edgard Varèse, Friedrich Goldmann und Karola Obermüller. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es um die Gegenwartsnähe der europäischen Musikstudierenden hoffentlich doch wieder hörbar besser bestellt.

 

 

 

 

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