KLANGSPUREN SCHWAZ

TIROLER FESTIVAL FÜR NEUE MUSIK

JUNGE STERNE. COMIC. CARTOON. GRAFFITI.

Klangspuren Schwaz
29.04.2013 07:22 Alter: 4 yrs

SA, 17.09.

ENSEMBLE NIKEL

20.00 Uhr Viehversteigerungshalle, Rotholz 362a, Buch b. Jenbach

 

Elena Rykova 101% mind uploading (2015)

for 3 performers, piano, objects and percussion

Stefan Prins Flesh+Prosthesis #0-2 (2013/2014)

for amplified quartet and 4-channel soundtrack

Michael Wertmüller Skip a beat (2012)

für Ensemble Nikel

Clemens Gadenstätter Sad Songs (2012)

für Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier

 

Yaron Deutsch E-Gitarre

Patrick Stadler Saxophon

Brian Archinal Perkussion

Antoine Françoise Klavier

Alfred Reiter Klangregie

„New Boys on the Block“ – so hätte ein Kritiker über Ensemble Nikel nach dem sensationellen Erfolg bei den Donaueschinger Musiktagen 2012 schreiben können, obwohl das Quartett schon 2006 gegründet wurde. Mit der rock- und jazz-konnotierten Besetzung Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier zielt die „Band“ auf ein modernes Klangbild zwischen Elektronik, elektrischer Verstärkung und akustischen Instrumenten, auf jugendliche Kraft und Dynamik, auf „Power“, auf ein exquisites, spezifisches Repertoire. Aus dem Donaueschinger Programm von 2012 werden zwei Werke aufgeführt von Komponisten mittlerer Generation – beide sind 1966 geboren –, die gleichwohl mit ihren radikalen künstlerischen Absichten junge Pioniere geblieben sind. Zentrales Anliegen des Österreichers Clemens Gadenstätter ist die interdependente Beziehung zwischen „Hören Verstehen Komponieren“. Seine Sad Songs setzen sich mit der „Polymodalität des Hörens“ beim Wahrnehmen emotionalen Ausdrucks wie Angst und Trauer in der Musik auseinander. „Musik außerhalb der Grenze des Möglichen“ – kein geringeres Ziel setzt sich der in Berlin lebende Schweizer Komponist und Schlagzeuger Michael Wertmüller. Skip a beat ist ein Stück radikaler Respektlosigkeit gegenüber dem Material, der Überforderung von Interpreten und Hörern und extremer Virtuosität in der Darstellung polytemporaler Schichtungen und ständiger metrischer Verschiebungen – ein (vergeblicher) Versuch der „Bändigung des expressiven Rausches“. Der Belgier Stefan Prins, Jahrgang 1979, sucht die drastische Herausforderung jeglicher musikalischer Konvention. In seinem dreiteiligen Stück Flesh+Prosthesis #0-2, das Ensemble Nikel gewidmet ist, kreiert Prins aus der Dialektik stark bearbeiteter digitaler Samples und live gespielter Instrumentalklänge einen „multi-dimensionalen (hyper)-hybriden Körper“. Die aus Baschkirien stammende Russin Elena Rykova, geboren 1991, gehört zu den jüngsten Künstlerinnen des Festivals. Als experimentelle Komponistin und Improvisatorin schreibt sie Werke zwischen Musiktheater, Performance und Konzertinstallation. 101% mind uploading ist gewissermaßen eine medizinische Operation am offenen Konzerflügel – möge der Eingriff gelingen!

 

Kostenloser Shuttle-Service zum Doppelkonzert von Innsbruck über Schwaz hin und retour. Telefonische Anmeldung bis 12.00 Uhr am Veranstaltungstag im Büro der KLANGSPUREN unbedingt erforderlich

 

Radio-Übertragung: Ö1, Zeit-Ton am 27.09., 23.08 Uhr

 


Rubrik: events Festival zeitg. musik