Auf den ersten Blick präsentiert sich das Programm des Klangforum Wien abwechslungsreich und Stück für Stück höchst unterschiedlich; auf den zweiten Blick gibt es dann aber doch erstaunliche innere Zusammenhänge, die für den Zuhörer zum besonderen roten Faden im Konzertverlauf werden können. Isang Yun, der gemeinhin als Vater der Neuen Musik Koreas gilt, war zeitlebens auf der Suche nach Substanz und Einheit zwischen so gegensätzlichen Polen wie es chinesischer Taoismus und westliche Avantgarde sein können; nach Substanz und Einheit über das Verfahren der Reduktion zu suchen ist auch beim Komponisten Klaus Lang ein bestimmendes Element und es wird interessant sein, im Spiegel des 1976 geschriebenen Meisterwerkes Piece concertante von Yun, Langs neuestes Werk zu hören. Ein ganz anderes musikalisches Beziehungspaar ergibt sich zwischen dem Schweizer Komponisten Michael Pelzel und der koreanischen Komponistin Unsuk Chin: setzt der eine mittels polyspektraler Schichtenpolyphonie auf ein Maximum an Komplexität, verarbeitet die andere Kindheitserinnerungen an koreanisches Straßentheater zu einer unglaublich farbigen, imaginären Volksmusik.
Das Klangforum Wien spielt mit freundlicher Unterstützung von ERSTE BANK.
KLANGSPUREN Schwaz danken der Stadtwerke Schwaz GmbH für die finanzielle Unterstützung
Übertragung: Radio Ö1, Zeit-Ton am Di., 25.09.2012, 23.03 Uhr
