KLANGSPUREN SCHWAZ

TIROLER FESTIVAL FÜR NEUE MUSIK

JUNGE STERNE. COMIC. CARTOON. GRAFFITI.

Klangspuren Schwaz
29.04.2013 07:28 Alter: 4 yrs

SA, 28.09.

DIOTIMA QUARTETT

DOPPELKONZERT

18.00 Uhr, Silbersaal im SZentrum, Andreas-Hofer-Str. 10, Schwaz

 

Franz Schubert Streichquartett g-moll D 173
Helmut Lachenmann 2. Streichquartett – Reigen seliger Geister

 

19.00 Uhr

in der Pause: Matthias Osterwold, Künstlerischer Leiter der KLANGSPUREN, im Gespräch mit Michael Wermüller

 

Michael Wertmüller Streichquartett UA
Kompositionsauftrag von KLANGSPUREN mit Unterstützung von Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung
Ludwig van Beethoven Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130 mit Großer Fuge B-Dur op. 133

 

Quatuor Diotima

Das Abschlusskonzert von Klangspuren 2013 fokussiert noch einmal wie im Brennspiegel das Leitthema des Festivals. In zwei großen, von einer langen Pause unterbrochenen Programmblöcken spielt das Quatuor Diotima vier exemplarische Streichquartette. Zwei historische Werke – ein frühes Quartett Schuberts von 1815 (er war 18 Jahre alt) und das späte Quartett B-Dur von Beethoven mit der Großen Fuge aus dem Jahr 1826, die wie Gelenkstücke den Weg zur Romantik aufbrechen, rahmen zwei moderne Werke: das zweite Streichquartett von Lachenmann und die Uraufführung des ersten Streichquartetts von Michael Wertmüller. Beim jungen Schubert, der klassischen Tradition noch ehrfürchtig verbunden, sind schon Vorahnungen des reifen Werks spürbar; Beethoven verlässt den klassischen Kanon in Richtung einer Utopie leidenschaftlicher Entgrenzung, die hinter der abgrundtiefen Landschaft der Großen Fuge sichtbar wird. Lachenmann begreift den „Reigen seliger Geister“ – ein romantisches Motto, das aus einer Oper Glucks entlehnt wurde – als Wahrnehmungsspiel: „Töne ‚aus der Luft gegriffen’ – ‚Luft’ aus den Tönen gegriffen“ – Musik, die die akustischen, geräuschhaften Ränder der Töne lebendig werden lässt.  Wertmüllers hyperkomplexe, hochgradig verdichtete, schroffe Musik klingt zunächst alles andere als „romantisch“, aber hinter ihr steckt die Energie eines quasi romantischen, radikalen, die Grenzen suchenden und brechenden kompositorischen Temperaments.

 


Rubrik: events Festival zeitg. musik