KLANGSPUREN SCHWAZ

TIROL NEW MUSIC FESTIVAL

RÜCKSCHAU UND AUSBLICK

Klangspuren Schwaz

KLANGSPUREN FESTIVAL

NORDLICHT! Unter diesem Motto präsentierte das Tiroler Festival für neue Musik KLANGSPUREN SCHWAZ 2014 Musik und Musiker aus den drei westlichen Nordischen Ländern Dänemark, Norwegen, Island im Dialog und Kontrast mit Musik und Musikern Tiroler, österreichischer und internationaler Herkunft. Ein reizvoller thematischer Nebenakzent lag auf der Anverwandlung und dem Einsatz traditioneller volksmusikalischer Instrumente und Idiome aus den Nordländern und dem Alpenraum wie Hardangerfiedel, Akkordeon, Yoik, Zither, Hackbrett und Zymbalon. Die 28 gut besuchten Konzerte mit 15 Uraufführungen und die Sonderveranstaltungen stießen auf außerordentlich positive Resonanz beim Publikum und auf ein günstiges, zustimmendes Medienecho. 38 junge Musikerinnen und Musiker aus 22 Ländern nahmen an der 11. KLANGSPUREN INTERNATIONALE MODERN AKADEMIE teil. Sie präsentierten die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit den Meistern des Ensemble Modern und den beiden Composers in Residence Hans Abrahamsen aus Dänemark und Wolfgang Mitterer aus Osttirol auf beeindruckend hohem Niveau in zwei abschließenden Ensemblekonzerten sowie in Kurzkonzerten mit kleiner Besetzung innerhalb der beliebten „Rent a Musician“-Reihe, zu denen 17 Familien bei bestem Wetter in ihre Wohnzimmer, in den Garten oder auf die Terrasse eingeladen hatten. Ein Vergnügen besonderer Art!

 

Ein künstlerischer Höhepunkt war bereits zum Auftakt erlebbar beim Eröffnungskonzert des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck unter Leitung seines jungen Chefdirigenten Francesco Angelico mit Uraufführungen aus dänischer Feder (Hans Abrahamsen und Christian Winther Christensen) und Werken der „Österreicher“ Joanna Wozny und Bernhard Gander. Beindruckend auch das Konzert des Ensemble Modern mit vier österreichischen Erstaufführungen von Hans Abrahamsen und den „jungen Wilden“ Lars Petter Hagen, Wolfgang Mitterer und Bernhard Gander. Aus der Fülle ausgezeichneter Aufführungen sind beispielhaft herauszugreifen die monumentale, atemberaubende Orgelperformance von Wolfgang Mitterer im Innsbrucker Dom, das Konzert des Osloer Cikada Ensembles in der Schwazer St. Martin Kirche mit dem Miniportrait der australisch-chinesischen Komponistin Liza Lim und u.a. einer überzeugenden Uraufführung des Norwegers Jon Øyvind Ness, das rundherum gelungene Konzert des Zither-Trios Greifer in der Kirche der Burg Freundsberg hoch über Schwaz, der Songzyklus „Rules of Love“ in der Viehversteigerungshalle in Rotholz, geschrieben von Arnt Håkon Arnesen und Sergej Newski und brillant ausgeführt von dem nordnorwegischen AJO Ensemble und den beiden Sängerinnen Natalia Pschenitschnikova und Silje Marie Aker Johnson, schließlich ein fulminantes Festivalfinale beim Doppelkonzert des TENM ¬– Tiroler Ensemble für Neue Musik, u.a. mit der Uraufführung des bewegenden Musiktheaters „luce nera“ von Hannes Kerschbaumer, sowie des Esbjerg Ensemble mit einem isländisch-dänischen Programm. Auch die beiden erfolgreichen Late Nite Lounges gilt es zu erwähnen: im Innsbrucker p.m.k. mit der pulsierend treibenden Elektronikerin <SØS> Gunver Ryberg und dem schrägen Elektro-Performance-Duo NMO: Morten J. Olson & Ruben Pateño, dann in der Schwazer Eremitage mit den raffiniert-lässigen Songs des Osloer Trios BOA um die herausragende Sängerin Tora Augestad.

 

Die musikalische Pilgerwanderung führte heuer im Inntal von Arzl i.P. nach Landeck-Perjen und brachte beglückende Begegnungen mit traditioneller Musik auf der reichverzierten Hardanger-Fiedel, mit originalen samischen Joiks und mit neuer Musik, gespielt auf dem Akkordeon, auf Hackbrett, Zither und Zymbalon. Im nächsten Jahr 2015 soll die diesmal zweitägige (!) Pilgerwanderung in St. Christoph am Arlberg, am westlichen Ende der Tiroler Welt, ihren buchstäblichen Höhepunkt erreichen.

 

Die utopische Gesangskette der „Entropy Symphony“, erdacht vom Amerikaner Zefrey Throwell und komponiert von Wolfgang Mitterer, die heuer auf der Festung Franzensfeste mit gut 400 Sängerinnen und Sängern ihr Präludium erlebte, soll im nächsten Jahr mit mehr als 6.000 (!) Sängern über eine Entfernung von 250 Kilometern von Kufstein im Norden und Ala im Süden auf der Franzensfeste zusammenlaufen. Wir brauchen Sie alle zum Mitsingen! Bitte melden Sie sich für dieses einzigartige Ereignis bei uns oder bei den Tiroler und Trentiner Chorverbänden an!.

 

Klangspuren 2015 wird ein reiches konzertantes Spektrum überraschender und betörender Klänge bieten auf der Basis von alternativen Tonsystemen, ungewohnter Intonationen, mikrointervallischer Stimmungen und unorthodoxer Spieltechniken. Wir freuen uns auf Sie!